Verdener Ruderverein e.V.

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Deutsche Jugendmeisterschaften 2017 in München

Regattabericht Deutsche Jugendmeisterschaften 2017 in München
Von Mittwoch bis Sonntag nahmen die Ruderer des Verdener Rudervereins an den Deutschen Jugendmeisterschaften in München teil. Dabei wurden nicht nur sehr gute Platzierungen erreicht, sondern auch mehrere Medaillen erkämpft.
Der 15-jährige Merlin Wenner ging für Niedersachen in der Königsdisziplin, dem Achter, der U17 an den Start. Als Vorbereitung auf die Meisterschaften trainierte diese Mannschaft schon seit Anfang April miteinander.  Zu der intensiven Vorbereitung gehörte ein Trainingslager über 10 Tage, bei welchem täglich mindestens zweimal gerudert wurde. Die wöchentlichen Trainingswochenenden fanden zuerst in Osnabrück und später in Oldenburg statt. Nach erfolgreichen Rennen, die bereits einen Ausblick auf einen Podiumsplatz brachten, wechselte das Team nach der 2. Internationalen Regatta in Köln auf einen neuen Achter von Filippi, einem führenden Bootshersteller. Mit frischer Motivation durch eine exzellente Positionierung auf der 3. Internationalen Regatta in Hamburg ging es nach München.

Der Vorlauf am Donnerstag konnte ohne große Anstrengung gewonnen werden, da Hauptrivale Hamburg im zweiten Vorlauf startete. Damit qualifizierten sie sich sofort für das Finale am Sonntag. Während andere am Freitag den Hoffnungslauf ausfahren mussten, konnte die Achtermannschaft ein letztes Mal für ihren großen Auftritt trainieren. Am Finalsonntag brauste ein recht starker Schiebewind auf, sodass vor allem auf die Technik und die Frequenz geachtet werden musste. Hierdurch konnten aber auch sehr schnelle Zeiten gefahren werden. Der Achter flog mit einer Endzeit von 4:21 durchs Ziel. Zum Vergleich benötigt Merlin Wenner auf dem Ruder-Ergometer für die gleiche Distanz 5:00 Minuten. Direkt nach dem Zieldurchlauf wurde im Niedersächsischem Boot groß gefeiert, da sie knapp hinter Hamburg als zweite für sich die Meisterschaft beendeten. Auch auf dem Siegerpodest strahlten alle bis auf Merlins Zweierpartner, welcher aufgrund der großen Anstrengung die Ehrung im Sauerstoffzelt verbringen musste. Mit der Überreichung der silbernen Medaille kann sich Merlin Wenner nun Vizemeister nennen und ist dem Olympiatraum einen großen Schritt nähergekommen.
Aber nicht nur Merlin Wenner konnte eine Medaille errudern. Charlotte Hoffmann startete im Doppelvierer bei den Juniorinnen der Altersklasse U17. Dort erkämpfte sie sich zusammen mit Elisa Patzelt, Ronja Kampmann, Stina Röbbecke und Steuermann Felix Glab die Bronzemedaille. Der Weg hierhin war allerdings kein leichter, denn zu Beginn der Saison war unklar, ob es überhaupt einen Vierer geben würde. Zudem konnte Charlotte Hoffmann an dem für den Vierer geplantem Trainingslager in Berlin in den Osterferien nicht teilnehmen, da sie drei Tage zuvor eine Entzündung im Hüftknochen erlitt. Aufgrund der Verletzung konnte sie knapp drei Wochen überhaupt nicht trainieren, wodurch die Teilnahme an den Meisterschaften an sich in Frage gestellt werden musste. Allerdings startete die junge Verdenerin sehr stark auf den Regatten in Köln und Hamburg, nachdem sie die Startregatten in Lübeck und Bremen aussetzen musste. Dadurch sicherte sie sich einen der hart umkämpften Plätze im Vierer. Aufgrund der überraschend guten Einer-Leistungen wurde sie von Trainerin Larissa Vent nach Empfehlung vom Landestrainer auf den Schlagplatz gesetzt. Ein weiterer Motivationsschub war das neue Boot von der Königsmarke Empacher, welches der Mannschaft zur Verfügung gestellt worden war. Insgesamt fanden nur 8 Trainingseinheiten mit dieser Besetzung in diesem Boot statt, bevor es nach München ging. Vor Ort konnten sie sich am Donnerstag in einem relativ ruhigen Rennen direkt für das Halbfinale qualifizieren. Bedingt durch die hohen Meldungszahlen wurde am Samstag das Halbfinale ausgefahren, welches sie gewannen. Dadurch sicherte sich das Team eine Favoritenbahn im Finale. Dieses Finale war höchst beeindruckend, denn trotz eines sehr starken Starts konnte das Boot die anfängliche Position 3 nicht nur ausbauen und verteidigen, sondern auch nach 1000m einen Angriff auf die 2. Position starten. Leider war die Strecke 500m zu kurz, um diesen Spurt erfolgreich zu beenden. Die Freude war bei Charlotte Hoffmann sehr groß, als sie realisierte, dass sie die Mannschaft auf das Podium gefahren hatte. Sie selbst äußerte sich folgendermaßen zu ihrem bronzenen Erfolg: „Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich erreicht habe. Vor allem weil ich nach meiner Verletzung gar nicht mehr daran geglaubt habe, in die Mannschaft zurückzufinden und einen Platz im Team zu bekommen.“
Auch in der Altersklasse U19 starteten drei Verdener. André Hoffmann hatte ursprünglich geplant, sich im Einer zu beweisen, da er in Hamburg die viertschnellste Zeit im Einer hatte. Eine andere Möglichkeit wäre ein Viererprojekt des LRVN gewesen, jedoch war zu der Zeit noch unklar, dass der Verdener aus dem Leichtgewichtsbereich zu den Schwergewichten  wechselte, sodass er nicht miteingeplant worden war. Letztendlich entschied er sich für eine Renngemeinschaft mit Wiktor Pawel Ergrowski und ging mit dem Hamburger im Doppelzweier an den Start. Dabei war die 3. Internationale Regatta Hamburg die erste Gelegenheit für das Duo, gemeinsam zu trainieren und um Platzierungen zu kämpfen. In den darauffolgenden Wochen musste daher viel gemeinsames Training nachgeholt werden, was nicht hundert prozentig möglich war, da André Hoffmann ab dem Sonntag vor den Deutschen mit einer Erkältung zu kämpfen hatte. Glücklicherweise verschlimmerte sich diese nicht, sodass er an der Meisterschaft teilnehmen konnte. Dort gewann er seinen schnellen Vorlauf, sodass auch er sich direkt für das Halbfinale qualifizieren konnte. Unglücklicherweise liefen Halbfinale und Finale nicht so glatt, sodass sich das Team mit einem 11. Platz insgesamt zufriedengeben musste. Dennoch ist dieser 11. Platz national betrachtet eine sehr gute Leistung, da die Konkurrenz in dieser Alterskategorie sehr stark ist und er bisher nur bei den Leichtgewichten unter 67,5kg gestartet ist. Auffallend ist, dass er nun zum dritten Mal in Folge 11. auf den Deutschen Juniorenmeisterschaften geworden ist.
Wie bereits angedeutet gab es noch zwei weitere Athleten, die bei den U19 starteten. Jonas Wiebe und Jakob Zgonc wagten den Sprung ins kalte Wasser und fuhren im Riemen Zweier ohne Steuermann der Leichtgewichte. Somit waren sie auch das einzige Boot des VRV, welches auf ihr Gewicht achten musste. Zuvor sind sie nur im Doppel- und Riemenvierer gestartet. Da sie dort keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielten, wechselten sie die Bootsklasse. Außerdem waren sie das einzige Boot, das in Verden auf dem herausfordernden Wasser trainiert wurde. In München wurden sie im Vorlauf dritte und mussten somit versuchen, sich im Hoffnungslauf am Freitag zu beweisen. Da sie nach 200m einen Krebs fingen, verloren sie leider kostbare Sekunden. Schlussendlich sind sie dabei um 4 Sekunden Rückstand auf den 2. Platzierten, der das Weiterkommen in das Finale bedeutet hätte, ausgeschieden. Insgesamt haben sie in den 8. Platz belegt.
Auch die Rückfahrt gestaltete sich wiedermal sehr amüsant, sodass die acht Stunden Fahrt quer durch Deutschland wie im Nu vergingen. An dieser Stelle sollte einmal betont werden, dass diese Erfolge ohne den unendlichen Einsatz von Trainer, Förderer und Forderer Uli Wiebe nicht erreichbar gewesen wären. Dieser fasste die Meisterschaft als die erfolgreichsten Deutschen Meisterschaften des Verdener Rudervereins seit 20 Jahren zusammen.